Free Pussy Riot Cologne/Bonn Aktion – Kennedybrücke Bonn

Free Pussy Riot Cologne/Bonn Aktion - Kennedybrücke Bonn


Mit der Aktion an der Bonner Kennedybrücke am 29.09.2012, wollten die Aktivistinnen und Aktivisten auf die politischen Verhältnisse in Russland und speziell auf die Situation der drei inhaftierten Frauen von Pussy Riot, aufmerksam machen.

Chronologie vergangener Ereignisse

„Pussy Riot“ ist eine anonyme russische feministische Punk-Band, die im Oktober 2011 gegründet wurde. Mit einer Reihe friedlicher Auftritte an markanten Plätzen hat die Band den Grundrechten, die im heutigen Russland bedroht sind, eine Stimme verliehen, indem sie die Werte und Prinzipien von der Gleichstellung der Geschlechter, Demokratie und Meinungsfreiheit zum Ausdruck brachten, die in der Russischen Verfassung und Internationalen Übereinkommen einschließlich der Universellen Erklärung der Menschenrechte und der CEDAW Konvention festgeschrieben sind.

  • 21. Februar 2012. „Pussy Riot“, die russische feministische Punk-Band, führt einen Punk-Bittgottesdienst mit dem Refrain „Mutter Gottes, Jungfrau, werde Feministin. Vertreibe Putin.“ vor dem Altar der Christi-Erlöser-Kirche in Moskau durch. Das ‚Gebet‘ dauerte weniger als eine Minute, danach werden die Bandmitglieder von dem Sicherheitsdienst der Kirche entfernt. – Am selben Tag wird ein geschnittenes Video des‚Punk-Bittgottesdienstes bei Youtube hochgeladen, dass mit mehr als 600.000 Clicks Beachtung findet. http://www.youtube.com/watch?v=GCasuaAczKY&feature=related– In den nächsten Tagen initiiert die Russisch-Orthodoxe Kirche einen Kriminalfall mit dem Vorwurf des „Rowdytums“ und einer Höchststrafe von sieben Jahren. Eine Sonderabteilung des FSB nimmt sich des Falles an, während orthodoxe Aktivisten die Namen der mutmaßlichen Bandmitglieder online stellen. Eine massive Hetzkampagne in den Medien und der Öffentlichkeit gegen die „blasphemischen Frauen“ beginnt.
  • 03. März 2012. Am Vortag der kontroversen Präsidentenwahlen werden zwei mutmaßliche Bandmitglieder verhaftet: Marija Alechina (Umweltschutzaktivistin) und Nadezhda Tolokonnikova (Bürgerrechtsaktivistin) werden in Moskau festgenommen. Beide Frauen erklären aus Protest einen Hungerstreik und und nehmen ihr von Artikel 51 der Russischen Verfassung garantiertes Recht zu Schweigen in Anspruch. – Unter Verletzung des Gesetzes, das eine vorläufige Festnahme für maximal 48 Stunden zulässt, werden die beiden Frauen vor einer offiziellen Beschuldigung und ohne Beweise dafür, festgehalten. Der Fall „Pussy Riot“ erhält die Einordnung „von besonderer Wichtigkeit“, es wird eine Gruppe aus fünf Ermittlern unter Leitung von Oberstleutnant A. Radchenkov eingerichtet. www.freepussyriot.org geht online.
  • 14. März 2012. Der Antrag der Verteidigung auf Haftverschonung wird abgelehnt. Beide Verdächtige bleiben bis zur Hauptverhandlung am 24. April 2012 in Haft (detaillierter Bericht über die Anhörung: .) Ein Handgemenge bricht im Gericht aus (siehe Reuters http://www.dailymotion.com/video/xpfztc_scuffles-break-out-at-pussy-riot…)
  • 15. März 2012: Ekaterina Samutsevic, vorher Zeugin in dem Fall, wird zur Verdächtigen und bis zum 24. April 2012 in Haft genommen. Die dritte Verhaftete nimmt ihr Recht zu schweigen in Anspruch. Nadezhda und Marija werden offiziel des „Rowdytums“ beschuldigt.
  • 19. März 2012. Die Verteidigung beantrag Haftverschonung für Ekaterina. Nach Berichten der Verteidigung stehen alle drei Frauen unter illegaler 24-stündiger Videoüberwachung. Währenddessen droht die Ermittlergruppe Marija und Nadezhda, beide Mütter, sie könnten das Sorgerecht verlieren. Die Russisch-Orthodoxe Kirche fordert die Behörden in einer offiziellen Stellungnahme dazu auf, die strengst möglichen Maßnahmen gegen die „blasphemischen Frauen“ zu treffen und ruft alle Orthodoxen, die mit den Frauen sympathisieren, auf, sich der ecclesia militans et triumphans anzuschliessen.

Hier alle Links zu den Facebook-Seiten aller Aktionen (Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, München, Wien), die neusten Meldungen wird es wohl auf dem Twitterfeed von @FreePussyRiot geben

Damian Paderta
Damian Paderta
Webgeograph & Digitalberater