Das kleine 1×1 der Datenvisualisierung

Datenvisualisierung - Tools im Netz

Visualisierungen: So einfach wie nur möglich!

Eine ideale Visualisierung ist ein reduziertes und schlichtes Diagramm. Ablenkungen durch Farben oder Formen, die keinen direkten Informationsgehalt, sondern nur der Zierde dienen, sollten nicht verwendet werden. Redundanzen und Hintergrundfarben oder horizontale Gitternetzlinien können den Blick versperren. Auch ohne Führungslinien ist das menschliche Auge sehr gut in der Lage, Unterschiede zwischen Säulen oder Balken zu erkennen. Eine schnelle Aufnahme der wichtigsten Informationen wird gewährleistet und Fehlinterpretationen werden vermieden.

3D-Effekte vermeiden

Der Informationsgehalt wird durch das Hinzufügen einer dritte Dimension bei Säulen- oder Balkendiagramme nicht erhöht. Nach dem Occams Razor-Prinzip, kann dieses eher ästhetische als informative Design-Attribut wegfallen. Es kann unter Umständen eher Fehlinterpretationen oder sogar zu Fehlentscheidungen verleiten. Die Größenverhältnisse sind darüber hinaus besser in 2D als in 3D zu erkennen.

Kreisdiagramme sehr gezielt verwenden ( oder besser gar nicht)

In den meisten Jahres- oder Geschäftsberichten finden sich Kreisdiagramme. Sie sind eine häufig eingesetzte Darstellungsform von Daten. Dennoch ist die Wahl eines Kreisdiagramms meist keine gute Entscheidung. Es eignet sich nicht zur Darstellung komplexer Sachverhalte weil es unübersichtlich wirkt. Die Wahrnehmung der einzelnen Flächen leidet mit steigender Anzahl stark. Die Vergleichbarkeit der einzelnen „Tortenstücke“ wird so zunehmend erschwert oder ist fast unmöglich.

Säulendiagramme sind aussagestark

Viel eindeutiger werden Informationen mit Hilfe von Säulen- oder Balkendiagrammen wahrgenommen. Die Relationen von Daten werden visuell schneller ersichtlich und ermöglichen einen einfachen Vergleich. Zeitreihenvergleiche sind besonders geeignet als Säulendiagramme dargestellt zu werden. Vergleiche in der Struktur werden dagegen besser mit Balkendiagramme dargestellt.

Farben sprechen lassen

Viele starke Farben und Schattierungen ziehen unser Interesse an, der Erkenntnisgewinn ist jedoch meist eher gering. Farben spielen aufgrund starken visuellen Wirkung beim Design von Informationsgrafiken eine hohe Bedeutung. Sie sollten deshalb überlegt und äußerst sparsam eingesetzt werden. Alle Farben sind  mit spezifischen kulturellen und psychologischen Konzepten belegt und induzieren verschiedene Assoziationen. Die Farbe Rot eignet sich gut zur Darstellung negativer Abweichungen. Dagegen ist die Farbe Grün kognitiv positiv besetzt und kann zur Darstellung positiver Abweichungen eingesetzt werden. Eine interessante Darstellung dieser kulturell unterschiedlichen Assoziationen findet sich -> hier.

Die Wahl des richtigen Mediums

Neben gängigen Office-Standardanwendungen wie Excel, Word und Powerpoint gibt es zahlreiche freie Tools um Geschäftsberichte, Präsentationen, Dashboards und Reports mit Hilfe von Visualisierungen aussagefähiger zu machen. In Abhängigkeit von der Zielgruppe ist jedoch die richtige Darstellung auszuwählen. Es macht meistens keinen Sinn mehr als zweidimensionale Werte darzustellen. Bereits eine dritte Achse kann das Verständnis unnötig verkomplizieren, es sei denn die Angesprochenen sind mit dieser Art der Darstellung vertraut. Wichtig ist zu verstehen, das Visualisierungen dazu dienen, komplexe Sachverhalte vereinfacht und verständlich zu erläutern. Sie sind nicht dazu da, die „Realität“ abzubilden. Meistens genügt es, die Aussage die man bereist textlich oder mündlich erklärt hat, zu unterstreichen.

Skalierung beachten

Die Vergleichbarkeit von Diagrammen mit entsprechenden Inhalten funktioniert nur dann, wenn eine einheitliche Skalierung vorliegt. Besonders dann, wenn mehrere Diagramme mit ähnlichen Inhalten gezeigt werden. Große Abweichungen zwischen den miteinander in Relation stehenden Datensätzen verleiten zu Falschaussagen oder (manchmal gewollten) Falschinterpretationen. Abgeschnittene Säulen oder unterschiedliche Skalierungen sind häufige Quellen derartiger Fehler. Für den Rezipienten bedeuten das Dechiffrieren solcher Darstellungsformen unnötig viel Zeit und das korrekte Verständnis der Information ist zweifelhaft. Falsch skalierte Säulendiagramme können Empfänger häufig nicht richtig ablesen.

Informationen komprimieren

Informationen im Kurzzeitgedächtnis abzuspeichern ist für die meisten Menschen eine schwierige Sache. Weit auseinander liegende Standorte von Datenpunkten erschweren kognitiv relevante Differenzen zu identifizieren. Wesentlich einfacher ist es, viele Informationen verdichtet darzustellen, um die analogen Diagramme zu vergleichen. Das Zwischenspeichern im Kopf entfällt, wenn die Relationen zueinander sofort visuell erkennbar werden.

Ein Titelkonzept implementieren

Ein leicht verständliches Titelkonzept ist ein entscheidender Schlüssel um Visualisierungen schnell zu begreifen. In diesem sollten alle wichtigen Informationen zur Darstellung enthalten sein. Besonders dann, wenn viele Diagramme zeitgleich dargestellt und miteinander verglichen werden sollen. Redundanzen können so vermieden und der Fokus der Aussage kann an dieser Stelle pointiert werden.

Die passenden Tools

Eine Sammlung wichtiger Tools zur Visualisierung von Daten gibt es hier.

Damian Paderta
Damian Paderta
Webgeograph & Digitalberater