It´s ok not answer

It´s ok not answer

E-Mails, Tweets, Status-Updates in den sozialen Netzwerken, Instant Messages, Telefongespräche, SMS-Nachrichten, Blog-Beiträge, Blog-Kommentare, Forenbeiträge haben eines gemeinsam: sie wollen beantworten werden. Reagieren wir nicht, kann uns das schlimmstenfalls in Angst versetzen. Lassen wir uns davon beherrschen, wird unser Tag dadurch bestimmt ständig auf Messages zu reagieren. Wir flitzen von einer Aufgabe zur anderen, eine Antwort nach der anderen. Dies ist ein Leben, welches auf die Bedürfnisse der Anderen ausgerichtet ist und nicht darauf, was wir brauchen und was uns wichtig ist.
Du brauchst nicht zu antworten.

Fragt man sich, warum wir glauben auf alles reagieren zu müssen, stellen wir schnell eine Zwanghaftigkeit fest. Wir sind so auf die Beantwortung von Nachrichten fixiert, daß wir einen Drang zum Reagieren entwickelt haben. Oft ist es Angst, die unser Handeln bestimmt: Angst, daß Menschen uns nicht mehr mögen könnten, daß wir unsere Arbeit verlieren, daß wir Kunden verlieren, daß wir etwas Wichtiges verpassen und die soziale Angst, daß Menschen denken, wir wären unhöflich oder würden sie ignorieren.

Aber was, wenn wir uns von diesem Zwang entwöhnen? Und was, wenn wir diese Ängste ansprechen?

1. Stell Dir vor Du wärst frei von Zwängen
Wie würde das aussehen? Du würdest selbst wählen, was Du heute tust. Du würdest die wirklich wichtigen Dinge erledigen. Du könntest auf E-Mails und andere Dinge reagieren, allerdings nur, weil das für dich von Bedeutung ist und nicht weil es von dir erwartet wird. Wahrscheinlich würdest du feststellen, daß du mit dieser Herangehensweise viel weniger gestreßt wärst.

2. Richte Deinen Blick auf deine Ängste
Welche spezifischen Ängste können sich hinter dem Zwang des sofortigen Reagierens verbergen? Die Angst, daß Menschen denken, du bist unhöflich, daß Du etwas verpaßt, das du Kunden verlierst oder Schwierigkeiten bei der Arbeit bekommst? Finde heraus, wovor du Angst hast. Finde heraus, was passiert, wenn du für ein paar Stunden nicht auf E-Mails oder ähnliches reagierst. Hast du etwas vermißt oder hat sich jemand beschwert? Wenn nichts Schlimmes passiert ist, kannst du den Test über einen längeren Zeitraum ausprobieren, für einen halben oder einen ganzen Tag. Beobachte was passiert. In den meisten Fällen wird überhaupt nichts passieren. In wenigen Fällen könnte sich jemand wundern, warum du nicht sofort antwortest, weil man es doch so von dir gewöhnt ist. Die Umsetzung des Tests in deinen Alltag geht also nicht nur mit deiner eigenen Umerziehung sondern auch mit der Umerziehung deines Umfeldes einher (was oftmals schwieriger ist).

3. Beginne mit der Entwöhnung
Wenn Du festgestellt hast, daß dein Tag ohne zwanghaftes reagieren auf E-Mails etc. streßfreier abläuft, dann versuche diesen Zustand in deinen Alltag zu integrieren. Entscheide selbst, wann du auf die Benachrichtigungen antworten wirst. Auf diese Weise kannst du deine Zeit besser managen.
Eine neue Kultur der Kommunikation
Du bist Teil dieser Kultur und kannst sie sogar mitbestimmen. Nicht radikal aber in Häppchen serviert, wird dein Umfeld die Vorteile dieser Kultur vielleicht auch lernen sie wertzuschätzen. Ein Versuch ist es wert.

Damian Paderta
Damian Paderta
Webgeograph & Digitalberater